Logo  
   

Aktuelles

Bundesfinanzhof kommt Gläubigern entgegen

Ein Gläubiger, der sein Geld nicht mehr zurückbekommt, muss weniger Einkommensteuer bezahlen, so der Bundesfinanzhof. Deutschlands höchstes Finanzgericht hat in einem Urteil entschieden, der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung, somit ein Verlust, muss vom Finanzamt steuerlich berücksichtigt werden.

Dies ist neu beim Bundesfinanzhof. In der Vergangenheit mussten Gläubiger für verliehenes Geld Steuern bezahlen, selbst wenn die Schuldner nicht oder nur einen Teil zurückgezahlt hatten. Im Jahr 2010 hatte ein Ehepaar 24.000 Euro gegen 5 % Zinsen verliehen. Mehr als 19.000 Euro konnte der Schuldner nicht zurückzahlen und meldete Insolvenz an. Das Ehepaar zog vor Gericht, da das örtliche Finanzamt die 19.000 Euro nicht als Verlust anerkannt hatte. In letzter Instanz hatte das Ehepaar jedoch Erfolg.

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 hat sich die Rechtslage laut BFH geändert, so dass die Finanzämter umdenken müssen. Die früher übliche Trennung von Vermögen und Gewinnen bei der Versteuerung von Kapitalerträgen gilt nun nicht mehr. Nicht zurückgezahlte Kredite müssen nun steuerlich genauso anerkannt werden wie Verluste beim Verkauf von Forderungen. Steht endgültig fest, dass über schon gezahlte Beträge hinaus keine weiteren Rückzahlungen mehr erfolgen werden, liegt ein für die Steuer relevanter Verlust aufgrund eines Forderungsausfalls vor, so der Bundesfinanzhof. In der Regel reiche die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hierfür nicht aus. (Az.: VIII-R-13/15, Urteil v. 24.10.2017)

Freiburger Steuerberatungs-
gesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungs-
gesellschaft


Wentzingerstraße 23

79106 Freiburg

 

Telefon 0761 / 385 60-0

Telefax 0761 / 385 60-48

E-Mail